Menu Jetzt Buchen
  • Say it with roses

    Durch die Blume gesagt

    Schön und richtig üppig soll sie sein



Schön und richtig üppig soll sie sein — die Dekoration für den sommerlichen Tisch. Und ganz natürlich sowieso, wenn man den Meister des Fachs fragt: Marc Wyss. Herr über die «Buech» und vielfach erprobter Gastronom auf dem Platz Zürich, der auch viele private Feste ausrichtet.

«Am liebsten würden die Gäste die Deko jeweils gleich mit nach Hause tragen», tönt’s aus der Höhe. Marc Wyss steht gerade auf der Leiter und ajustiert die letzten Pflanzbehälter seiner hängenden Gärten im lauschigen Sommerpavillon des Restaurants «Buech» ob Herrliberg. Morgen wird hier geheiratet und da
muss alles sitzen in der Lounge. «Mitnehmen ist sogar erwünscht. Immer unter der Voraussetzung, dass wir dies im Vorfeld abgesprochen haben», präzisiert der kreative Geist, der unterdessen wieder mit beiden Beinen auf festem Boden steht. Am meisten gefragt sind seine Blumendekorationen auf dem Tisch. Und heute will er uns zeigen, wie ein schöner Sommertisch in seinen Augen auszusehen hat.

«Üppig und reichhaltig muss er bestückt sein, das ist das A und O.» Nur nicht am falschen Ort sparen — das hat er von Jeff Leatham, Artistic Director im «George V» in Paris, gelernt, der als Shooting-
star in Sachen Floristik für viele Hollywood-Grössen Feste ins-
zeniert. Und schon gar nicht «schmürzele» dürfe man bei den Blumen. Sicher drei- bis viermal pro Woche fahren Wyss und sein Team an den Blumengrossmarkt in Zürich.

Dieses Mal hat er leuchtend gelbe Callas (Zantedeschia) ausgesucht. Die trompetenähnlichen Prachtstücke markieren den höchsten Punkt am Tisch für ein «Dinner for Two». Begleitet werden sie von gelb-rost maserierten Orchideen sowie Buschröschen in einem ebenfalls gelb-orangen Ton. «Ich liebe getragene Farben, keine allzu grellen Kontraste, zumindest in diesem Kontext nicht.» Ergänzend sind verschiedene Grüntöne angedacht, angefangen bei den augenfälligen Pyramiden aus Regenblättern — hergestellt aus klassischem Steckschaum und auf verschieden hohen Glasständern angebracht. «Man kann auch Tortenständer, Etagèren, allerlei Vasen und Pfannen als Behälter verwenden.» Marc Wyss liebt das Spiel mit verschiedenen Ebenen und Requisiten.

Die Regenblätter schliesslich landen auch auf den algengrünen Platztellern, schuppenartig arrangiert. Daneben schimmern grünlich-schwarze Brottellerchen, aus Glas und von einem Freund aus Spanien eigens für die «Buech» produziert. Selbstverständlich nimmt die Tischwäsche — von der Wyss in seinem Keller Berge von Varianten liegen hat — die Motive wieder auf.

«Die Kissen sind übrigens von Hermès.» Vorhangstoff genauer gesagt, den er auf einer seiner unzähligen Reisen entdeckt und dann zu Tischtüchern verarbeiten lassen hat.

Schicke, teure Materialien treffen auf Edles für den Heimgebrauch — auch ruhig mal von Zara Home. So kann ein Platzteller bei Marc Wyss gut und gern 180 Franken kosten, während der Aschenbecher mit dem floralen Design für 12 Franken erhältlich war.  «Es ist nicht der Preis, der die Güte einer Dekoration bestimmt, sondern die Idee. Wichtig ist, dass man von Beginn weg ein Gesamtbild vor Augen hat, das auch auf die Umgebung einbezieht.» Nicht nur schön ausschauen muss das Ganze, sondern praktisch soll es auch noch sein. So hat Marc Wyss vor einiger Zeit entdeckt, dass der Weg zum Tisch auch gestaltet sein will. Und deshalb liegen da nun schöne Kuhhäute, die vor allem Damen mit High-Heels das Leben deutlich leichter machen. Und dann ist da natürlich auch noch der Faktor Licht. «Nicht zu grell darf es sein, sonst sieht man jedes Fältchen einzeln», gibt Marc Wyss schalkhaft zu bedenken. Indirekte Beleuchtung sei da viel besser. Auch dafür ist ihm kein Aufwand zu klein: Kupferfarbene Laternen mit stylish-durchsichtigen Glühlampen sind es, die in den uralten Bäumen, in angenehmer Distanz zu den Gästen, hängen. Und natürlich Kerzen, die müssen immer sein.

«Der Trend geht klar weg von Grossevents, wo man andere mit möglichst vielen geladenen Gästen beeindruckt. Wenn ein Fest, dann ein gemütliches in überschaubarem Rahmen.»

Marc Wyss

Zu guter Letzt darf keine Dekoration gleich sein wie die andere. Jedes Mal, wenn man Gäste empfängt, muss sie neu, überraschend und abwechslungsreich sein. Wie bei der Kleiderwahl auch. Wo-
mit wir unweigerlich bei der Frage angelangt sind, was mit den vielen schönen Blumen nach einem Hochzeitsfest oder einem Tête-à-Tête im Restaurant «Buech» denn geschehe. «Wir bieten zwei Optionen: Entweder die Gäste tragen die Deko heimwärts. Oder wir offerieren, dass wir diese neu komponiert wieder ver-
wenden, drinnen und draussen.» Fortwerfen kommt definitiv nicht in Frage, Recycling ist Ehrensache bei Marc Wyss. 

Text: Reto Wilhelm

Bilder: Anna-Tina Eberhard

The Living Circle

The Living Circle – ist eine handverlesene Kollektion von erstklassigen Hotels und Restaurants an den kompromisslos schönsten Standorten, geführt von leidenschaftlichen Gastgebern. Reis, Gemüse, Früchte, natürlich Wein und andere edle Gewächse – alles zaubern unsere eigenen Bauernhöfe gartenfrisch direkt auf Ihren Tisch. Das ist unsere Definition von Luxus. Das ist The Living Circle – luxury hotels fed by nature.